21.09.2016

DMS V-Studie: Weniger Karies in allen untersuchten Altersgruppen

Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V)

Wie gesund sind unsere Zähne wirklich? Werden wir immer zahnloser, je älter wir werden? Wie entwickeln sich die zahnmedizinischen Haupterkrankungen Karies und Parodontitis? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), die im August durch das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) vorgestellt worden war. Die mittlerweile fünfte Auflage (DMS V) dieser systematischen Erhebung der Mundgesundheit in Deutschland wurde von Oktober 2013 bis Juni 2014 in insgesamt 90 Gemeinden mit Hilfe von zahnmedizinischen Untersuchungen und ausführlichen Befragungen durchgeführt. Untersucht wurden mehr als 4.600 Studienteilnehmer, aufgeteilt in vier Altersgruppen.

  • Acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81,3 Prozent) sind heute völlig kariesfrei.
  • Die Anzahl kariesfreier Gebisse hat sich bei den 12-Jährigen von 1997 bis 2014 verdoppelt. Zudem haben die 12-Jährigen nur noch an durchschnittlich 0,5 Zähnen eine Karieserfahrung (DMF-T = 0,5). Damit liegt Deutschland an der Weltspitze.
  • Sowohl die Erkrankungsrate an Zahnkaries als auch die Zahl der Parodontalerkrankungen nimmt bei Erwachsenen und Senioren ab.
  • Nur jeder achte ältere Mensch zwischen 65 und 74 Jahren ist völlig zahnlos. Im Jahr 1997 war es noch jeder vierte.

Die wichtigsten Ergebnisse der rund 600 Seiten starken Gesamtpublikation sind in einer kurzen Info-Broschüre zusammengefasst.

Grafiken und Tabellen zu den Ergebnissen aller untersuchten Gruppen machen die Zusammenhänge anschaulich. Sie können auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer heruntergeladen werden.

 

Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe

Auch die DAJ führt derzeit bundesweit eine Studie zur Mundgesundheit durch, die für alle Bundesländer repräsentative Daten liefern wird: Die epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe, besser bekannt als „DAJ-Studien“. Die DAJ-Studien fokussieren im Gegensatz zu den DMS-Studien allerdings ausschließlich auf die Karieslast in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Die Ergebnisse der aktuellen DAJ-Studie, der sechsten seit 1994, werden mit Spannung für den Frühsommer 2017 erwartet. (Näheres zum Studiendesign)

Gemeinsam ist den DMS- und DAJ-Studien die Zielgruppe der 12-Jährigen, deren Kariesentwicklung (Rückgang des DMF-T-Wertes) über die Jahre durch beide Studien gut dokumentiert ist.
Kariesentwicklung der 12-Jährigen


Die in 2017 zur Veröffentlichung vorgesehene aktuelle DAJ-Studie wird neben den Werten der 12-Jährigen auch Ergebnisse für die 6/7-Jährigen und erstmalig in sieben Bundesländern auch die Karieserfahrung der 3-Jährigen in Kitas aufzeigen. Für die Studie, die ein Team der Universität Greifswald um Professor Dr. Christian Splieth durchführt, wurden bundesweit rund 260 Zahnärzte, vornehmlich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie auch einige niedergelassene Zahnärzte, die auf Honorarbasis als Untersuchende mitarbeiten, online kalibriert.

BB, 27.09.2016

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