Gefährdete Kinder und Jugendliche

Dokumentation der DAJ-Tagung "Gefährdete Kinder und Jugendliche" 2010/2011

Die Chancen gesund aufzuwachsen sind nicht gleich verteilt. Die sozialen Verhältnisse schaffen oder begünstigen Krankheit oder Gesundheit, sind Träger von Krankheitsbedingungen und –ursachen und beeinflussen den Krankheitsverlauf. Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen Sozialstatus sind vielfach gesundheitlich benachteiligt, auch in bezug auf die Mundgesundheit. Dies hat den DAJ-Vorstand bewogen, das Thema „Gefährdete Kinder und Jugendliche“ einmal in den Mittelpunkt der Fortbildungstagungen zu stellen. Dabei wurde ein Bogen geschlagen von erfolgversprechender Prävention für Kariesrisikokinder hin zu der Frage, wo schlechtere (Mund-)gesundheitschancen übergehen in konkrete Kindeswohlgefährdungen. Spätestens in diesem Grenzbereich sind die Akteurinnen und Akteure der Prophylaxe nicht mehr allein handlungsfähig: Nur eingebunden in (kommunale) Netzwerke, die Gesundheitswesen und Jugendhilfe zusammenbringen, ist Hilfe für gefährdete Kinder und Jugendliche möglich. Hier zeigte die DAJ-Tagung auch konkrete Ansatzpunkte auf, wie die in der Prophylaxe Tätigen in noch stärkerem Maße das Zusammenwirken mit anderen Professionen für gefährdete Kinder und Jugendliche ausbauen können.

Vortragsprogramm:

Kinder mit hohem Kariesrisiko: Welche Strategien versprechen Erfolg?
Prof. Dr. Klaus Pieper, Direktor der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Philipps-Universität Marburg

Kariöse Gebisse – ein sicherer Indikator für Vernachlässigung?
Dr. Reinhard Schilke, Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde, Med. Hochschule Hannover


Kindesmisshandlungen aus der Sicht des Zahnarztes

Dr. Dr. Klaus Rötzscher, Interdisziplinärer Arbeitskreis für Forensische Odonto-Stomatologie (AKFOS)

fileadmin/user_upload/Vortraege/misshandlung__Schreibgeschuetzt___Kompatibilitaetsmodus_.pdfPräsentation Roetzscher

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe:
Ein Kooperationsmodell zum Kinderschutz in der Kommune

Dr. Peter Schäfer, Leiter des kinder– und jugendärztlichen Dienstes am Fachbereich Gesundheit der Stadt Mannheim

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund: Erziehung, Gesundheit, Integration
Ramazan Salman, Ethno-Medizinisches Zentrum Hannover


Workshops

Workshop I

Arbeiten im Netzwerk: Kinderschutz in der Kommune

Dr. Reinhard Schilke, Medizinische Hochschule Hannover, in Zusammenarbeit mit Uwe Sandvoss, Präventionsbeauftragter des Jugendamts Dormagen, und Dr. Birgit Bartsch,
Gesundheitsamt Rhein-Kreis Neuss

Präsentation Sandvoss

Handout Zusammenarbeit im Kinderschutz

Handout Rechtliche Grundlagen

Projektskizze Bartsch

Präsentation Bartsch

Schlussfolgerungen für die Gruppenprophylaxe

Workshop II

Modelle guter Praxis in der interkulturellen Gruppenprophylaxe

Ramazan Salman, Ahmet Kimil,  Ethno-Medizinisches Zentrum Hannover
Dr. Thomas Schneller, Medizinische Hochschule Hannover

Workshop III

Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing) in der Gruppenprophylaxe
Hans-Jürgen Haak, Ginko-Stiftung für Prävention
Diplom-Sozialpädagoge, Trainer für Motivierende Gesprächsführung