Glossar

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    Abrasion  

    Abnutzung, Abrieb mechanischer Abtrag von Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin).     

    Amalgam   

    Füllungsmaterial für kariöse Zahnschäden, die so weit fortgeschritten sind, dass sie der Zahnarzt aufbohren und füllen muss. Amalgam wird seit Jahrzehnten eingesetzt, hat sich bewährt und ist kostengünstig. Immer wieder werden jedoch Diskussionen wegen der Freisetzung von Quecksilber geführt.    

    Aminfluorid                       

    Spezielle organische Fluoridverbindung die die Zähne besonders gut mineralisiert und schützt  und  so für optimalen Kariesschutz sorgt. Durch ihre spezielle chemische Struktur (Netzmittel) lagern sie sich besonders schnell und gut an den Zähnen an und fördern die Ausbildung einer fluoridhaltigen Schicht. Diese schützt den Zahn bei Säureangriffen. Gleichzeitig kann der Speichel – und mit ihm das Aminfluorid – auch enge Zahnzwischenräume und Grübchen der Backenzähne besser erreichen. Gerade an solchen schlecht zugänglichen Orten beginnt Karies besonders oft.      

    Approximalkaries              

    Karies im Zahnzwischenraum. Tritt wegen der oft vernachlässigten Reinigung der Zahnzwischenräume sehr häufig auf.


    Backenzähne             

    Mahlzähne (Molaren) im Milchgebiss oder im bleibenden Gebiss. Die bleibenden Backenzähne sind große, mehrhöckerige Zähne. Die ersten Molaren (Sechsjahrmolaren) brechen etwa im 6. Lebensjahr hinter den Milchmolaren (Milchbackenzähne) in die Mundhöhle durch. Sie sind - zusammen mit den bleibenden Schneidezähnen - die ersten bleibenden Zähne in der Mundhöhle, werden allerdings häufig „übersehen“. Etwa im 12. Lebensjahr brechen die zweiten Molaren in die Mundhöhle durch, evtl. erst im Erwachsenenalter die Weisheitszähne.    

    Bakterien  

    Kleinstlebewesen = Mikroorganismen. In der Mundhöhle lebende Bakterien bilden mit der Zeit fest haftende Beläge (Plaque), die bei Zuckerzufuhr ständig Säure produzieren und so zu Zahnschäden (Karies) führen. Stoffwechselprodukte dieser Plaquebakterien können auch zu Entzündungen des Zahnfleisches führen.    

    Bass-Technik            

    Zahnputztechnik für Erwachsene (in modifizierter Form ab dem Alter von zehn Jahren einsetzbar), bei der die Bürste schräg (45° Winkel) am Zahnfleischsaum angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen über die Zähne geführt wird. So werden Zähne und Zahnfleischsaum gut gereinigt.

    Bleichen von Zähnen (Bleaching, Tooth Whitening)          

    Aufhellung von Zähnen mit chemischen Methoden. Das Bleichen von Zähnen soll unter zahnärztlicher Aufsicht geschehen, um die Schädigung von Zähnen und Zahnfleisch zu vermeiden. Eine anschließende Fluoridierung  mit höher konzentrierten Fluoridpräparaten (z. B. Gelee) härtet den Zahnschmelz nach dem Bleichprozess.


    Chlorhexidin           

    Vor allem in Mundspülungen verwendeter Inhaltsstoff, der gegen Bakterien, Pilze und Viren wirkt. Plaque-Bakterien werden bei Anwendung von Mundspülungen deutlich reduziert und die Bildung von Zahnbelag über einige Stunden verhindert. Nebenwirkungen von Chlorhexidin sind z. B. reversible Verfärbungen an Zähnen, Zunge und Mundschleimhaut sowie Beeinträchtigung des Geschmackssinns. Lösungen mit höheren Chlorhexidingehalt (> 0,1 %) sind deshalb nur zur kurzzeitigen Anwendung geeignet.     


    Demineralisation             

    Entkalkung; Herauslösen von Mineralien aus dem Zahnschmelz durch Säuren. Überwiegen Demineralisationsprozesse am Zahn, kommt es zu Zahnschäden (Karies).           

    Dentalfluorose            

    Erkrankung, die durch langfristige Überdosierung von Fluorid vor dem Zahndurchbruch entsteht. Ihre mildeste Ausprägung sind weißliche Linien oder Flecken auf dem Zahnschmelz. An den bleibenden Zähnen entstehen sie, wenn bis zum Alter von 6-8 Jahren regelmäßig zu hohe Fluoridmengen aufgenommen werden. Da Kleinkinder regelmäßig einen Teil der Zahnpasta verschlucken, sollte bis zu diesem Alter eine Kinder-Zahnpasta mit reduziertem Fluoridgehalt (bis 500 ppm) verwendet werden.    

    DMF-T/DMF-S Index, dmf-t/dmf-s-Index                       

    Maßzahl für die Kariesschäden einer Person. Zahl der kariösen (d=decayed), fehlenden (m=missing) und gefüllten (f=filled) Zähne (t=teeth) bzw. Zahnflächen (s=surfaces). Kleinbuchstaben bezeichnen Milchzähne, Großbuchstaben die Zähne des bleibenden Gebisses.      


    Early childhood caries (ECC)  

    Bei regelmäßigem Nuckeln rund um die Uhr von zuckerhaltigen Getränken (z. B. Fertigtees für Säuglinge oder Fruchtsäfte) werden die Zähne ständig von dieser zuckerhaltigen Flüssigkeit umspült. Damit erhalten die säurebildenden Bakterien in der Mundhöhle laufend neue Nahrung. Dies führt zu schwersten Zahnschäden an den Schneidezähnen. Andere Bezeichnungen sind Zuckertee-Karies oder Saugerflaschen-Karies (nursing bottle caries) . Der zahnärztliche Fachbegriff ist „frühkindliche Karies“ oder „Early childhood caries (ECC)“.    

    Eckzähne  

    Größte, oft spitz zulaufende Frontzähne zwischen Schneidezähnen und ersten Backenzähnen. Der Wechsel der Eckzähne des Milchgebisses zu den bleibenden Eckzähnen erfolgt etwa im Alter von 10-12 Jahren.    

    Erosion  

    Verlust von Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz) durch häufige direkte Säureeinwirkung. So führt z. B. der häufige und regelmäßige Genuss von Fruchtsäuren – vor allem aus Getränken - zu Verlust von Zahnsubstanz. Auch häufiges Erbrechen – z. B. in der Schwangerschaft oder bei Ernährungsstörungen – kann zu Erosionen führen. Fluoridhaltige Mund- und Zahnpflegemittel reduzieren das Risiko für eine Erosion.     


    Fissurenversiegelung  

    Aus den Fissuren (enge Spalten vor allem auf den Kauflächen der Backenzähne) lassen sich bakterielle Zahnbeläge oft nur schwer entfernen. Hier entsteht häufig Karies. Bei der Fissurenversiegelung werden diese Spalten mit Kunststoff aufgefüllt. Die Ansiedlung von Zahnbelägen wird so verhindert. Gleichzeitig sind diese Bereiche dann leichter zu putzen. Frisch durchgebrochene Zähne sind besonders kariesempfindlich. Deshalb ist die Fissurenversiegelung vor allem wichtig bei Kindern und Jugendlichen.    

    Fluorid  

    Wichtigster Mineralstoff in der Kariesprophylaxe (in Salzform vorliegend). Fluoride in Mund- und Zahnpflegemitteln erfüllen drei wichtige Funktionen für die Erhaltung der Zahngesundheit:            
    1) Sie fördern die Wiedereinlagerung von Schmelzbestandteilen in den Zahn und verhindern dadurch die Entstehung von behandlungsbedürftigen "Löchern". Ein unter der Zahnoberfläche beginnender Schaden kann durch Fluoridanwendung vollständig geheilt werden.        
    2) Bakterien im Zahnbelag (Plaque) wandeln Zuckerbestandteile der Nahrung in Säuren um, die den Zahnschmelz auflösen. Fluoride werden in den Zahnschmelz eingelagert und machen ihn so widerstandsfähiger gegen diese Säureangriffe.     Ÿ Aminfluoride hemmen zudem den Stoffwechsel dieser Plaquebakterien und reduzieren so die Säureproduktion.    
    3) Fluoridgel / Fluoridgelée   Gelartige, dickflüssige Zahnpflegeprodukte, werde als „Gel“ oder „Gelée“ bezeichnet. Hochkonzentrierte Fluoridpräparate mit bis zu 12.500 ppm Fluorid indikationsabhängig und auf zahnärztliche Anweisung hin angewendet. Anwendung für Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko ab dem vollendeten 6. Lebensjahr.    

    Fluorose  

    Erkrankung, die durch langfristige Überdosierung von Fluorid vor dem Zahndurchbruch entsteht. Ihre mildeste Ausprägung sind weißliche Linien oder Flecken auf dem Zahnschmelz. An den bleibenden Zähnen entstehen sie, wenn bis zum Alter von 6-8 Jahren regelmäßig zu hohe Fluoridmengen aufgenommen werden. Da Kleinkinder regelmäßig einen Teil der Zahnpasta verschlucken, sollte bis zu diesem Alter eine Kinder-Zahnpasta mit reduziertem Fluoridgehalt (bis 500 ppm) verwendet werden.  

    Fructose  

    Fruchtzucker. Einfachzucker, der für Diabetiker verträglicher ist als andere Zucker. Wird ebenso wie Haushaltszucker (Saccharose) von den Bakterien des Zahnbelags zu Milchsäure abgebaut und kann so auf Dauer Karies auslösen.    

    Füllung  

    Wenn die Zahnschmelzdecke über einer entkalkten Stelle einbricht, ist der kariöse Schaden so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr durch Fluoridanwendung repariert (remineralisiert) werden kann. Das „Loch“ muss gefüllt werden. Hierfür werden unterschiedlichste Materialien verwendet. Man unterscheidet metallfarbene Materialien (z. B. Gold, Amalgam) und zahnfarbene Materialien (z. B. Komposite, Kompomere, Keramik).     


    Gel / Gelee (Fluoridgel / Fluoridgelee)

    Gelartige, dickflüssige Zahnpflegeprodukte, werden als Gel oder Gelee bezeichnet. Hochkonzentrierte Fluoridpräparate mit bis zu 12.500 ppm Fluorid indikationsabhängig und auf zahnärztliche Anweisung hin angewendet. Anwendung für Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko ab dem vollendeten 6. Lebensjahr.    

    Gingivitis

    Zahnfleischentzündung. Wird durch Stoffwechselprodukte von Bakterien (Plaque) ausgelöst, die den Zahnfleischsaum besiedeln. Wichtigstes Anzeichen sind Schwellung und Bluten des Zahnfleischs. Damit die Entzündung ausheilen kann, müssen die bakteriellen Beläge vor allem am Zahnfleischsaum möglichst vollständig beseitigt werden, am besten mit einer weichen und sanften Zahnbürste.    

    Glucose  

    Traubenzucker. Wird ebenso wie Haushaltszucker (Saccharose) von den Bakterien des Zahnbelags zu Milchsäure abgebaut und löst so auf Dauer Karies aus.  

    Gruppenprophylaxe  

    Unter zahnmedizinischer Gruppenprophylaxe versteht man die flächendeckende Durchführung von Prophylaxemaßnahmen in der Regel durch Zahnärzte und zahnärztliches Fachpersonal zur Erhaltung, Förderung und Verbesserung der Mundgesundheit. Die Kinder und Jugendlichen werden gruppenweise in Einrichtungen wie Kindergärten, Grundschulen sowie  weiterführenden Schulen mit überdurchschnittlichem Kariesrisiko in Kooperation mit anderen Sozialpartnern, insbesondere Erziehern, Lehrern und Eltern, angesprochen. Besonders gefährdete Kinder werden mit spezifischen Programmen der Intensivprophylaxe  betreut. Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe wird im Sozialgesetzbuch V (§ 21) geregelt.


    Individualprophylaxe

    Auf den Einzelnen zugeschnittene Vorbeugung. Im Gegensatz zur Gruppenprophylaxe beim Einzelnen durchgeführte zahnärztliche Prävention in einer zahnärztlichen Praxis. Ab 1999 sind die Leistungen Bestandteil im Abrechnungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen als sog. IP (Individualprophylaxe)- und FU-Positionen (Früherkennungs-Untersuchungen) geworden. Für Kinder und Jugendliche sind IP –Leistungen vom vollendeten 6. bis zum noch nicht vollendeten 18. Lebensjahr eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. FU-Leistungen werden für Kinder ab dem 30. Lebensmonat von den gesetzlichen Krankenkassen als Leistung übernommen.    

    Initialkaries  

    Erstes Kariesstadium, bei dem nur Schäden unterhalb der Zahnschmelzoberfläche vorhanden sind. Äußere Anzeichen sind weißliche Flecken (Kreideflecke) auf dem Schmelz. Eine sichere Diagnose kann nur vom Zahnarzt und mit Röntgenaufnahmen erbracht werden. Initialkaries ist oft heilbar durch verbesserte Mundhygiene und regelmäßige Fluoridanwendung.    

    Interdental  

    Zwischen den Zähnen.    

     


    KAI-Putzsystematik  

    Besonders für Kleinkinder (ab 2 bis 3 Jahren) geeignete Systematik des Zähneputzens, bei der zuerst die Kauflächen (K), dann die Außen (A)- und schließlich die Innenflächen (I) der Zähne gereinigt werden. Es handelt sich um eine den entwicklungsabhängigen Fähigkeiten des Kindes angepasste Systematik, die die Kinder sich altersgerecht nacheinander erarbeiten und die mit dem Schuleintritt in der Regel erlernt und als Ritual verinnerlicht ist. Bis dahin sollten die Eltern abends alle Zahnflächen des kindlichen Gebisses gründlich reinigen.    

    Karies  

    Viele Mikroorganismen in der Mundhöhle ernähren sich von leicht verwertbaren Substanzen - vor allem von Zucker. Dabei scheiden sie Stoffwechselprodukte (Säuren) aus, die den Zahnschmelz angreifen und entkalken (demineralisieren). Als Folge entsteht zuerst unter der noch intakten Schmelzoberfläche eine entkalkte Stelle (Kreidefleck/Initialläsion). Schreitet die Entkalkung weiter voran, bricht die Schmelzoberfläche ein - ein Loch, "Karies", ist entstanden.    

    Kariesprophylaxe  

    Maßnahmen zur Verhütung von Karies. Als wirkungsvollste Vorsorgemaßnahme haben sich in den letzten Jahrzehnten die Fluoride in Zahnpasten erwiesen. Weitere kariesprophylaktische Maßnahmen sind regelmäßige Mundhygiene, gesunde Ernährung und regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen.    

    Kaugummi  

    Das Kauen von Kaugummi – möglichst ohne Zucker und mit dem Zahnmännchen-Symbol – nach dem Essen fördert den Speichelfluss und hilft so, zahnschädigende Säuren im Mund rascher zu neutralisieren. Kaugummikauen ersetzt allerdings keinesfalls das Zähneputzen, da vorhandene Zahnbeläge dadurch nicht entfernt werden.    

    Kohlenhydrate  

    Organische Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Beispiele sind Zucker oder Stärke. Manche Kohlenhydrate - vor allem Zucker - werden von den Bakterien des Zahnbelags sehr schnell zu Säure abgebaut und führen deshalb zu Schäden am Zahnschmelz (Karies).    

    Kollektivprophylaxe  

    Gesundheitsvorsorgemaßnahmen, die die breite Bevölkerung eines Staates erfassen. Eine zahnmedizinische Kollektivprophylaxemaßnahme ist in Deutschland die Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz.     


    Lactobacillus acidophilus  

    Milchsäurebakterium. Neben Streptokokkus mutans hauptverantwortlich für Karies.    

    Läsion  

    Verletzung, Störung. Kariöse Läsionen werden umgangssprachlich als "Löcher" im Zahn bezeichnet.    


    Milchzähne  

    Erste Bezahnung aus insgesamt 20 Zähnen, deren Durchbruch im 6. - 7. Lebensmonat beginnt. Die Milchzähne werden zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr durch bleibende Zähne ersetzt und ergänzt. Sie dienen bis zu diesem Zeitpunkt als Platzhalter für die bleibenden Zähne und sollten deshalb  gesund bleiben, bis sie durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.    

    Molaren  

    Mahlzähne; bleibende, große, mehrhöckerige Backenzähne. Die ersten Molaren (Sechsjahrmolaren) brechen etwa im 6. Lebensjahr hinter den Milchmolaren in die Mundhöhle durch. Sie sind - zusammen mit den bleibenden Schneidezähnen - die ersten bleibenden Zähne in der Mundhöhle, werden allerdings häufig „übersehen“. Etwa im 12. Lebensjahr brechen die zweiten Molaren in die Mundhöhle durch, evtl. erst im Erwachsenenalter die Weisheitszähne. Mit dem Durchbruch der Sechsjahrmolaren (also etwa mit Beginn der Schulzeit) sollte die Kinderzahnpasta durch eine  mit höherem Fluoridgehalt ersetzt werden.    

    Mundgeruch  

    Oft bedingt durch mangelhafte Mundpflege, tief zerstörte Zähne oder Entzündungsprozesse in der Mundhöhle. Mundgeruch kann aber auch durch mundferne Prozesse (Magen- und Darmkrankheiten, Bronchitis, Nieren- und Blasenleiden etc.) ausgelöst werden; dies ist allerdings selten. Bei häufigem oder starkem Mundgeruch sollte der Zahnarzt konsultiert werden.    

     


    Natriumfluorid  

    Natriumfluorid ist ein anorganisches Salz, dessen kariesprophylaktische Wirkung in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde. Mit Calciumsalzen bildet es schnell schwerlösliches Calciumfluorid. Natriumfluorid wird unter anderem in Zahnpflegemitteln eingesetzt.    

    Netzmittel  

    Natürliche oder synthetische Stoffe, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, so dass sie die Oberflächen fester Körper benetzen können. Netzmittel – auch Tenside genannt - haben einen hydrophoben (wasserfeindlichen) und einen hydrophilen (wasserfreundlichen) Molekülteil. Sie sind grenzflächenaktiv, d. h. sie reichern sich an Grenzflächen an. In Zahnpasten werden Netzmittel eingesetzt, weil sie die schnelle und vollständige Auflösung und Verteilung der Zahnpasta in der Mundhöhle fördern. Sie unterstützen die mechanische Zahnbelagsentfernung und verhindern die Wiederanlagerung der abgelösten Beläge. Netzmittel bilden beim Putzen Schaum, der von den Anwendern als angenehm empfunden wird. Da sie in die Mundhöhle gelangen und verschluckt werden können, müssen sie schleimhautverträglich und auch toxikologisch unbedenklich sein.  

    Nuckelflaschenkaries       

    Bei regelmäßigem Nuckeln rund um die Uhr von zuckerhaltigen Getränken (z. B. Fertigtees für Säuglinge oder Fruchtsäfte) werden die Zähne ständig von dieser zuckerhaltigen Flüssigkeit umspült. Damit erhalten die säurebildenden Bakterien in der Mundhöhle laufend neue Nahrung. Dies führt zu schwersten Zahnschäden an den Schneidezähnen. Andere Bezeichnungen sind Zuckertee-Karies oder Saugerflaschen-Karies (nursing bottle caries) . Der zahnärztliche Fachbegriff ist „frühkindliche Karies“ oder „Early childhood caries (ECC)“.    


    Parodontitis  

    Entzündliche Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodontium). Unbehandelt führt eine Parodontitis zu Zahnlockerung und schließlich zum Zahnverlust. Sie geht einher mit dem Auftreten bestimmter Bakterien im Zahnbelag. Im Gegensatz zur Gingivitis (Zahnfleischentzündung) sind die Parodontitis-Schäden nicht völlig reparabel. Allerdings kann das Fortschreiten der Krankheit durch professionelle Belagsentfernung, regelmäßige zahnärztlichen Kontrollen und gute häusliche Mundhygiene verlangsamt werden.    

    Parodontose  

    Früher fälschlicherweise für Gingivitis (Zahnfleischentzündung) verwendeter Begriff. Korrekt verwendet, meint Parodontose eine entzündungsfreie Rückbildung des Zahnhalteapparates. Im Gegensatz werden entzündlichen Prozesse durch die Endung –itis gekennzeichnet.    

    pH-Wert in der Mundhöhle  

    Der pH-Wert in der Mundhöhle wird normalerweise vom pH-Wert des Speichels bestimmt. Dieser bewegt sich um den Neutralpunkt von pH = 7,0 (Normalbereich pH = 6,0 - 7,5). Wird den Bakterien in den Zahnbelägen Zucker zugeführt, so bauen sie diesen unter Energiegewinn zu Säuren ab. Dann sinkt der Wert in der Mundhöhle ab. Liegt er unter pH = 5,5, überwiegt die Demineralisation (Auflösung) des Zahnschmelzes gegenüber der Remineralisation (Einbau von Mineralstoffen). Addieren sich viele solcher Säureangriffe, ohne dass ausreichend Zeit für Reparaturprozesse zur Verfügung steht, so kommt es zu Karies.    

    Plaque  

    Zäher Belag, der sich auf den Zahnoberflächen, vor allem in den Fissuren der Backenzähne in den Zahnzwischenräumen und entlang dem Zahnfleischrand festsetzt. Plaque besteht zum größten Teil aus Bakterien. Viele dieser Bakterien sind für die Produktion von zahnschädigenden Säuren verantwortlich. Der Speichel, der diese Säuren neutralisieren könnte, hat bei dieser "Übermacht" kaum noch eine Wirkung. Außerdem scheiden einige Bakterien Substanzen aus, welche den Zahnbelag klebrig und zäh haftend machen. Deshalb kann Plaque nur mechanisch – also unter Verwendung von Zahnbürste und Zahnpasta – entfernt werden. Plaquebedeckte Zähne fühlen sich mit der Zunge "pelzig" an, plaquefreie Zähne sind angenehm glatt.    

    ppm  

    Englische Abkürzung für parts per million; Konzentrationsangabe für die Verdünnung von eins zu einer Million. Üblich z. B. für die Beschreibung des Fluoridgehalts in Zahnpasten. Während Kinderzahnpasten einen reduzierten Fluoridgehalt von 500 ppm (= 0,05%) aufweisen sollten, enthalten Zahnpasten für Erwachsene 1000 bis 1500 ppm (= 0,1 bis 0,15 %) Fluorid.    

    Prämolaren  

    Vordere, bleibende kleine Backenzähne mit jeweils zwei Kauhöckern. Die acht Prämolaren ersetzen die acht Milchmolaren des Milchgebisses. Sie brechen bis zum 12. Lebensjahr in die Mundhöhle durch.    

    Prophylaxe  

    Verhütung von Krankheiten, vorbeugende Behandlung. Beispiel Fluoridprophylaxe = Vorbeugung von Zahnkaries durch Anwendung von Fluoriden, z.B. durch lokale Anwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten, Mundspül-Lösungen, Fluoridgelee oder Lacken.      

    Putzkörper  

    Putzkörper sind ein wichtiger Bestandteil von Zahnpasten (Gehalt in der Zahnpasta 15 – 50 %). In der Regel sind Putzkörper wasserunlösliche Stoffe. Putzkörper sollen den Zahnbelag mechanisch entfernen, ohne den Zahnschmelz und, bei freiliegenden Zahnhälsen, das weichere freiliegende Dentin durch Abrasion zu schädigen. Das Abrasionsverhalten hängt von der Härte, der Korngröße und der Oberflächenstruktur des Putzkörpers ab. enthalten.    

    Putztechnik, -systematik  

    Zahnreinigung ist nur effektiv, wenn sie in einer gleichbleibenden Systematik (Reihenfolge, in der die verschiedenen Zahnflächen geputzt werden) mit einer auf die jeweilige Person angepassten Technik erfolgt. Eine Basismethode für Kleinkinder (ab 2 bis 3 Jahren) stellt die KAI-Systematik dar, bei der zuerst die Kauflächen, dann die Außen- und schließlich die Innenflächen gereinigt werden. Eine sehr effektive Technik für Erwachsene ist z. B. die "Bass-Methode", bei der die Bürste schräg (45° Winkel) am Zahnfleischsaum angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen über die Zähne geführt wird. So werden Zähne und Zahnfleischsaum gut gereinigt. Die Auswahl der angemessenen Zahnputztechnik sowie eine entsprechende Unterweisung sollte individuell in der zahnärztlichen Praxis erfolgen. Die Bass-Technik ist in modifizierter Form für Kinder ab zehn Jahren anwendbar.


    Remineralisation  

    Reparatur von kleinsten Schmelzschäden durch Wiedereinlagerung von Mineralien in den Zahnschmelz. Sie wird gefördert durch die Anwendung von fluoridhaltigen Präparaten wie Anwendung von Zahnpasten, Mundspül-Lösungen und höher fluoridhaltiger Karies-Schutzmedizinpräparaten.    


    Saccharin  

    Kalorienfreier, nicht kariesauslösender Süßstoff. 500mal süßer als Saccharose (Haushaltszucker).    

    Saccharose  

    Haushaltszucker. Aus zwei Untereinheiten (Glukose und Fruktose) bestehender Zucker. Saccharose wird von den Bakterien des Zahnbelags zu Milchsäure abgebaut und löst deshalb auf Dauer Karies aus.    

    Salzfluoridierung  

    Das Würzen von Lebensmitteln mit fluoridiertem Salz (250 mg Fluorid pro Kilogramm Salz) ist eine Maßnahme von guter kariesprophylaktischer Wirksamkeit. Sie bildet eine gute Ergänzung zur Verwendung von fluoridhaltigen Mund- und Zahnpflegemitteln.    

    Schneidezähne  

    Schaufel- oder meißelförmige Vorderzähne, die zum Abbeißen dienen. Die 8 Milchschneidezähne werden etwa im Alter von 6 Jahren durch 8 bleibende Schneidezähne ersetzt.    

    Schwangerschaft und Zahnfleischentzündung (Gingivitis)  

    Das Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken, ist in der Schwangerschaft deutlich erhöht: nahezu alle schwangeren Frauen entwickeln eine Form der Schwangerschafts-Gingivitis. Der Grund dafür ist die Veränderung verschiedener Hormonspiegel im Körper während der Schwangerschaft. Durch die erhöhte Progesteronkonzentration werden die Gefäße des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut erweitert und das Gewebe durchlässiger für die von den Plaque-Bakterien produzierten Giftstoffe. Diese erhöhte Durchlässigkeit des Zahnfleisches ist verantwortlich dafür, dass während der Schwangerschaft bereits geringe Plaquemengen im Bereich des Zahnfleischsaumes zu Entzündungen führen können. Um die Zahnfleischentzündung und ein Fortschreiten des Prozesses zu vermeiden, ist es wichtig auf die Alarmsignale zu achten: gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischbluten und Mundgeruch.    

    Sorbit  

    Zuckerersatzstoff; etwa halb so süß wie Haushaltszucker.  Süß schmeckender Zuckerersatz für Diabetiker; löst praktisch keine Karies aus. Kann in größeren Mengen zu Durchfällen führen.    

    Speichel  

    Von den Speicheldrüsen gebildete Mundflüssigkeit. Speichel bewahrt die Schleimhäute vor Austrocknung, spült die Mundhöhle, puffert entstehende Säuren ab und liefert Mineralien zur Remineralisation des Zahnschmelzes. Patienten mit reduziertem Speichelfluss können einen rapiden Karieszuwachs aufweisen, der nur mit besonders intensiver prophylaktischer Betreuung verhindert werden kann. Die Speichelproduktion ist nachts stark reduziert, daher kommt dem abendlichen Zähneputzen große Bedeutung zu.    

    Speicheltests  

    Nachweis und zahlenmäßige Bestimmung von Kariesbakterien im Speichel und Untersuchung der Fließrate und Pufferkapazität des Speichels. Speicheltests können die Bestimmung des individuellen Kariesrisikos ergänzen.    

    Streptococcus mutans  

    Bakterienart, die maßgeblich an der Kariesentstehung beteiligt ist. Hauptbestandteil der Plaque.    

    Süßstoffe  

    Kalorienfreie, nicht kariesauslösende Zuckerersatzstoffe wie Saccharin, Zyklamat und Aspartam. Sie sind bis zu 300mal süßer als Haushaltszucker.    


    Traubenzucker  

    Glukose. Wird ebenso wie Haushaltszucker (Saccharose) von den Bakterien des Zahnbelags zu Milchsäure abgebaut und löst so auf Dauer Karies aus.


    Versiegelung  

    Aus den Fissuren (enge Spalten) auf den Kauflächen der Backenzähne lassen sich bakterielle Zahnbeläge oft nur schwer entfernen. Hier entsteht häufig Karies. Bei der Fissurenversiegelung werden diese Spalten mit Kunststoff ausgefüllt. Die Ansiedlung von Zahnbelägen wird so verhindert. Gleichzeitig sind diese Bereiche dann leichter zu putzen. Frisch durchgebrochene Zähne sind besonders kariesempfindlich. Deshalb ist die Fissurenversiegelung vor allem wichtig bei Kindern und Jugendlichen.    

    Vitamin A  

    Das  Vitamin A stärkt und kräftigt das Zahnfleisch und schützt vor Zahnfleischbluten und -entzündungen.    


    Xylit  

    Süß schmeckende Substanz (Zuckeralkohol), die weniger kariesauslösend ist als "normale" Zucker wie Saccharose oder Glucose. Xylit besitzt eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, ist allerdings sehr teuer in der Herstellung. Wird zum Beispiel in zahnschonenden Kaugummis oder Fruchtbonbons eingesetzt. Kann in größeren Mengen abführend wirken.


    Zahnbelag  

    Zäher Belag, der sich auf den Zahnoberflächen, vor allem in den Fissuren der Backenzähne in den Zahnzwischenräumen und entlang des Zahnfleischrandes festsetzt. Plaque besteht zum größten Teil aus Bakterien. Viele dieser Bakterien sind für die Produktion von zahnschädigenden Säuren verantwortlich. Der Speichel, der diese Säuren neutralisieren könnte, hat bei dieser "Übermacht" kaum noch eine Wirkung. Außerdem scheiden einige Bakterien Substanzen aus, welche den Zahnbelag klebrig und zäh haftend machen. Deshalb kann Plaque nur mechanisch – also unter Verwendung von Zahnbürste und Zahnpasta – entfernt werden. Plaquebedeckte Zähne fühlen sich mit der Zunge "pelzig" an, plaquefreie Zähne sind angenehm glatt.    

    Zahnbürste  

    Gebräuchlichstes Hilfsmittel zur Entfernung bakterieller Zahnbeläge. Wichtige Auswahlkriterien sind:
    - Nicht zu großer Bürstenkopf
    - Stabiler Griff, der bequem gefasst werden kann
    - Abgerundete und polierte oder konisch geformte weiche Borsten aus Kunststoff.  

    Zahnfleischentzündung  

    Zahnfleischentzündung wird vorrangig durch Stoffwechselprodukte von Bakterien (Plaque) ausgelöst, die den Zahnfleischsaum besiedeln. Wichtigstes Anzeichen sind Schwellung und Bluten des Zahnfleischs. Damit die Entzündung ausheilen kann, müssen die bakteriellen Beläge vor allem am Zahnfleischsaum möglichst vollständig beseitigt werden.

    Zahnfleischbluten  

    Wichtigstes Anzeichen einer Zahnfleischentzündung: Das Zahnfleisch blutet, tut aber meist nicht weh. Damit die Entzündung ausheilen und das Bluten abklingen kann, müssen die bakteriellen Beläge vor allem am Zahnfleischsaum möglichst vollständig beseitigt werden. 

    Zahnpasta  

    Aromatische, cremeartige Zubereitung mit Abrasivstoffen (sog. Putzkörper), die die Reinigungswirkung der Zahnbürste unterstützt. Zugesetzte Wirkstoffe verbessern die prophylaktische Wirkung. Die Zahnpaste sollte immer Fluorid gegen Karies enthalten.    

    Zahnputzmethode/-systematik   

    Zahnreinigung ist nur effektiv, wenn sie nach einer gleichbleibenden, altersadäquaten Systematik erfolgt.  
    Eine Basismethode für Kleinkinder (ab 2 bis 3 Jahren) stellt die KAI-Systematik dar, bei der zuerst die Kauflächen (K), dann die Außen- (A) und schließlich die Innenflächen (I) gereinigt werden. Es handelt sich um eine den entwicklungsabhängigen Fähigkeiten des Kindes angepasste Systematik, die die Kinder sich altersgerecht nacheinander erarbeiten und die mit dem Schuleintritt in der Regel erlernt und als Ritual verinnerlicht ist. Bis dahin sollten die Eltern abends alle Zahnflächen des kindlichen Gebisses gründlich reinigen.  
    Eine Zahnputztechnik für Erwachsene (in modifizierter Systematik für Kinder ab zehn Jahren anwendbar), bei der die Bürste schräg (45° Winkel) am Zahnfleischrand angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen über die Zähne geführt wird. So werden Zähne und Zahnfleischrand gut gereinigt. Die Auswahl der angemessenen Zahnputztechnik sowie eine entsprechende Unterweisung sollte individuell in der zahnärztlichen Praxis erfolgen.  

    Zahnseide  

    Kunststoff-Faden (gewachst oder ungewachst) zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Ca. 50 cm Zahnseide werden aus dem Spender entnommen, um beide Mittelfinger gewickelt und über die Daumen geführt. Der gespannte Faden wird im Oberkiefer vorsichtig in die Zahnzwischenräume eingeführt und auf - und abgestreift. Für die Reinigung im Unterkiefer die Zahnseide über die Zeigefinger-Kuppen führen. Wichtig ist, immer beide Zahnflächen des Zahnzwischenraums zu reinigen.     

    Zucker  

    Kleine, leicht spaltbare Kohlenhydrate, die von den Bakterien des Zahnbelags zu Milchsäure abgebaut werden und auf Dauer Karies auslösen können. Zucker in Lebensmitteln tragen unterschiedliche Bezeichnungen wie Saccharose, Glucose, Glucosesirup, Fructose, Maltose, Malzextrakt. Sie sind alle kariogen. „Zuckerfreie“ Lebensmittel müssen nach deutschem Lebensmittelrecht lediglich frei von Saccharose sein. Sie können also durchaus andere kariogene Substanzen enthalten.

    Zuckeraustauschstoffe

    Süß schmeckende Substanzen, die weniger kariesauslösend sind als "normale" Zucker wie Saccharose oder Glucose. Gebräuchliche Zuckeraustauschstoffe sind die Zuckeralkohole Sorbit, Mannit und Xylit. Sie besitzen eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, wirken allerdings in größeren Mengen oft abführend. Produkte, die Zuckeraustauschstoffe enthalten, führen nicht zu einer Säureproduktion in der Mundhöhle. Sie dürfen das Signet "Zahnmännchen" tragen.

    Zuckerersatzstoffe  

    Kalorienfreie, nicht kariesauslösende Süßstoffe wie Saccharin, Zyklamat und Aspartam. Sind bis zu 300mal süßer als Haushaltszucker.    

    Zuckerfrei  

    Als „zuckerfrei“ dürfen alle Lebensmittel bezeichnet werden, die keinen Haushaltszucker (Saccharose) enthalten. Andere kariesauslösende Substanzen können dagegen durchaus enthalten sein. Dies kann nur durch genaue Prüfung der Inhaltsstoffliste festgestellt werden. Ein Hinweis: die Endung „-ose“ am Namen des Inhaltsstoffes deutet auf die Möglichkeit des Abbaus durch Belagsbakterien zu Säuren und damit auf ein Kariesrisiko.


    Der Großteil der Texte wurde mit freundlicher Genehmigung der Firma CP GABA GmbH von deren Internet-Portal www.gaba-dent.de übernommen. Die Texte wurden teilweise gekürzt bzw. modifiziert.