16.05.2011

Wrigley Prophylaxe Preis 2011: Nachhaltige Gesundheitsförderung dank frühzeitiger und langfristig angelegter Prophylaxearbeit

Prävention von Saugerflaschenkaries bei Krippenkindern und kontinuierliche, gut vernetzte Gruppenprophylaxe - diese beiden Themen standen im Fokus der Wrigley-Prophylaxe-Preisverleihung 2011. Zum 17. Mal wurde am 6. Mai 2011 der mit 10.000 Euro dotierte Wrigley Prophylaxe Preis verliehen, den sich diesmal zwei Gewinner teilen. Eine Arbeit stammt aus der universitären Forschung, die andere aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Beide Preisträger setzen in ihren Arbeiten auf frühzeitig einsetzende und langfristig angelegte Gesundheitsförderung im Sinne einer nachhaltigen Prophylaxearbeit und sind in diesem Sinne auch zukunftsweisend für die Gruppenprophylaxe insgesamt.

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) fand die Verleihung im Rahmen der 25. Jahrestagung der DGZ in Düsseldorf statt. Aus insgesamt 16 Einreichungen kürte die Jury die zwei Gewinner, die jeweils 5.000 Euro Preisgeld erhalten.

Saugerflaschenkaries bei Krippenkindern: Eltern besser aufklären!

Wie viele Kinder kommen bereits mit der sogenannten frühkindlichen Karies („Early Childhood Caries“ ECC) in die Krippe? Was sind die Ursachen? Können Gruppenprophylaxe-Programme, die bereits bei den Unter-Dreijährigen starten, die Milchzahnkaries eindämmen? Diesen Fragen gingen Astrid Hippke und Christine Zabel in ihrer Dissertation „Karies bei ein- und zweijährigen Krippenkindern“ unter Leitung von Professor Ulrich Schiffner von der Universität Hamburg nach. Dafür wurden sie mit dem Wrigley Prophylaxe Preis 2011 im Bereich Wissenschaft (Dotierung: 5.000 Euro) ausgezeichnet.

511 Ein- bis Zweijährige wurden zahnmedizinisch untersucht und ihre Befunde mit soziodemographischen und kariesrelevanten Parametern wie Mundhygiene, Fluoridierung und Ernährung abgeglichen. Zusätzlich wurden die Eltern über die Mundhygiene ihrer Kinder befragt. Das Ergebnis: Rund 85 Prozent aller Kinder waren kariesfrei. Als erschreckend bezeichneten die Autoren jedoch die Tatsache, dass von den restlichen 15 Prozent der Kinder mit Karies rund 80 Prozent die für die Saugerflaschenkaries typischen Schäden an den Oberkieferfrontzähnen aufwiesen. Aus der Untersuchung und Befragung wurde

Kontinuität ist wichtiger als spektakuläre Aktionen

Auch die zweite ausgezeichnete Einreichung aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst unterstrich die Effizienz frühzeitiger und langfristiger Prophylaxearbeit. Doktor Klaus-Günther Dürr und Diplom-Stomatologin Renate Müller-Balzarek vom Gesundheitsamt Hofheim (Main-Taunus-Kreis) überzeugten die Jury mit ihrer Arbeit „Gruppenprophylaxe und Jugendzahnpflege – ein nachhaltiges Konzept“ und erhielten ebenfalls ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Die Autoren stellten ihr kontinuierliches Engagement in der Gruppenprophylaxe während der letzten 20 Jahre vor, das zudem Anstoß für die Entwicklung allgemeiner Gesundheitsförderprogramme gab. Ihr Erfolgskonzept beruht auf der Definition einfacher altersspezifischer Ziele, die unter Nutzung in der Region gut vernetzter Strukturen fortdauernd umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist der Elternbrief zum Bonusheft. Mit diesem Infobrief werden alle Eltern auf die Weiterführung des kostenlosen Prophylaxe-Angebotes ab dem zwölften Lebensjahr in der Zahnarztpraxis hingewiesen.

Weiterhin erkannten die Autoren im Rahmen der zahnärztlichen Untersuchungen von Schulanfängern, dass Gesundheitsparameter wie ein „erhöhtes Kariesrisiko" häufig mit anderen sozialen und gesundheitlichen Parametern wie beispielsweise „Migrationshintergrund" und „Adipositas" einhergingen. „Dies führt mittlerweile dazu, dass Sozial- und Jugendämter diese

Schnelle Übersetzung von der Forschung in die Praxis

Der Jury ist es ein besonderes Anliegen, Erkenntnisse der Versorgungsforschung in nachhaltige Projekte für eine positive Entwicklung der Mundgesundheit in der Bevölkerung zu überführen. Eine enge Verzahnung von Universität und öffentlichem Gesundheitswesen spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Die Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind von Beginn an essentielle Partner in der Verwirklichung wissenschaftlich basierter, kariesprophylaktischer Konzepte. Ihr enger Kontakt zu den Menschen, der hohe Bekanntheitsgrad des ÖGD und die bundesweite Vernetzung ermöglichen eine nachhaltige Umsetzung verschiedener Ansätze“, erläuterte Dr. Sabine Breitenbach, Mannheim, die auch dem Vorstand der DAJ angehört, im Rahmen der Abstimmungsdiskussion mit ihren Jurykollegen.

Die Wrigley Prophylaxe Preis-Jury 2011

Zur Jury gehören in diesem Jahr: Professor Thomas Attin, Zürich; Dr. Sabine Breitenbach, Mannheim, 2. Vorsitzende des Bundesverbandes der Zahnärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BZÖG); Professor Werner Geurtsen, Hannover; Professor Joachim Klimek, Gießen; Professor em. Klaus König, Nijmegen, Niederlande; Professor Wolfgang Raab, Düsseldorf, derzeit amtierender DGZ-Präsident.

Weitere Informationen

zum Wrigley Prophylaxe Preis 2011 sowie zu den ausgezeichneten Arbeiten sind zu erhalten über: kommed Dr. Barbara Bethcke, Ainmillerstraße 34, 80801 München, Tel. 089 / 38 85 99 48, Fax 089 / 33 03 64 03, E-Mail: bb@kommed-bethcke.de. www.wrigley-dental.de

Quelle: Wrigley Oral Healthcare Programs

Wrigley Prophylaxe Preis-Verleihung 2011 (von links): Jutta Reitmeier (Wrigley Oral Healthcare Programs), Dr. Sabine Breitenbach (Jury, Mannheim), Dr. Klaus-Günther Dürr (Gewinner, Hofheim), Prof. Dr. Joachim Klimek (Jury, Gießen), Dipl.-Stom. Renate Müller-Balzarek (Gewinner, Hofheim), Astrid Hippke und Prof. Dr. Ulrich Schiffner (Gewinner, Hamburg), Prof. Dr. Werner Geurtsen (Jury, Hannover), Prof. Dr. Klaus König (Jury, Nijmegen), Prof. Dr. Thomas Attin (Jury, Zürich), Prof. Dr. Wolfgang Raab (Jury, Düsseldorf). Nicht im Bild: Christine Zabel (Gewinner, Hamburg). Fotos: Wrigley Oral Healthcare Programs