05.03.2019

Für eine bessere Mundgesundheit von Mutter und Kind

Stark für die Jüngsten:

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege und der Deutsche Hebammenverband engagieren sich gemeinsam für gesunde Kinderzähne.

20 Zahnärztinnen, Gesundheitspädagoginnen und Prophylaxefachkräfte werden nach einem Konzept der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) nun erstmals das Thema Mundgesundheit von Mutter und Kind bundesweit an Hebammen während ihrer Ausbildung vermitteln.

Warum habe ich in der Schwangerschaft plötzlich Zahnfleischbluten? Soll ich meinem Kind einen Schnuller geben? Wann muss man bei Kindern mit dem Zähneputzen beginnen? – Fragen, die auch Hebammen oft beantworten müssen. Denn sie sind vom Beginn der Schwangerschaft bis weit ins erste Lebensjahr hinein oft die ersten Ansprechpartnerinnen der Frauen und Familien. Wie Hebammen auch bei Fragen rund um die Mundgesundheit noch besser beraten können, sollen sie von nun an bereits in ihrer Ausbildung erfahren.

Die DAJ hat dazu gemeinsam mit mehreren Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege und in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband ein modulares Unterrichtskonzept entwickelt. Neben den zentralen Themen Mundhygiene und Kariesprophylaxe bei Mutter und Kind beinhaltet es auch Aspekte wie Beruhigungssauger, Fluoridanwendung sowie Baby- und Kleinkindernährung.

Gemeinsames Ziel: frühkindliche Karies vermeiden

Frühkindliche Karies ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kleinkindalter. Sie kann bereits unmittelbar nach Zahndurchbruch einsetzen und innerhalb weniger Monate das Milchgebiss umfangreich zerstören. Nach den „Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2016“ sind bundesweit 13,7 Prozent der Dreijährigen in Deutschland von frühkindlicher Karies betroffen. Diese Kinder wiesen im Schnitt drei bis vier kariöse Zähne auf. Karies in diesem Ausmaß beeinträchtigt nicht nur die Mundgesundheit des Kindes, sondern auch seine Entwicklung und Lebensqualität. Die Behandlung ist zeit- und kostenintensiv und eine Herausforderung für alle Beteiligten. Beachten die Eltern jedoch einige Regeln, lässt sich frühkindliche Karies einfach vermeiden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat zur Vermeidung frühkindlicher Karies Anfang dieses Jahres den Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen für Kinder ausgeweitet. Danach besteht nun ab Durchbruch des ersten Zahnes Anspruch auf diese Maßnahmen.

Angehende Hebammen für Mundgesundheit sensibilisieren

Weil die mundgesundheitliche Prävention Kinder unter drei Jahren bislang noch nicht ausreichend erreicht, setzt die Jugendzahnpflege für eine bessere Aufklärung auch auf die Vernetzung mit andere Berufsgruppen. Erstmals bildete die DAJ Dozentinnen aus den Landesarbeitsgemeinschaften für den Unterricht im Rahmen der Hebammenausbildung aus. Sie werden künftigen Hebammen nun bundesweit einheitliche fachliche Präventionsempfehlungen auf aktuellem Evidenzniveau vermitteln. Die wissenschaftliche Beratung für die Unterrichtsmaterialien lag bei einer Wissenschaftlerin des Universitätsklinikums Jena. Um Aspekte der gesundheitlichen Chancengleichheit zu integrieren, waren die Frühen Hilfen der Stadt Frankfurt am Main eingebunden.

Bei Interesse können die Fach- und Hochschulen die Dozentinnen über die regional zuständige Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege oder über die DAJ kontaktieren.

Diese gemeinsame Pressemeldung der DAJ und des Deutschen Hebammenverbandes kann hier als pfd herungergeladen werden: PM DAJ/DHV vom 05.03.2019

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit fast 20.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.

www.hebammenverband.de

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) ist eine bundesweit tätige Organisation, die die Erhaltung und Förderung der Zahn- und Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen zur Aufgabe hat. Die DAJ hat über 40 Mitglieder. Es handelt sich um die Bundesorganisationen der niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie der des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der gesetzlichen Krankenkassen und der kommunalen Spitzenverbände; darüber hinaus um alle 17 Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege und weitere Fachverbände und Firmen, die an mundgesundheitlicher Prävention interessiert sind. Den Auftrag zur flächendeckenden Gruppenprophylaxe hat der Gesetzgeber in § 21 Sozialgesetzbuch V festgeschrieben. Bundesweit existieren 378 regionale Arbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege unter dem Dach der Landesarbeitsgemeinschaften, die Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen durchführen und Eltern und Betreuungseinrichtungen für Kinder in allen Fragen mundgesundheitlicher Prävention beraten.