10.01.2019

Kinder und Jugendliche achten besser auf ihre Mundgesundheit

Sowohl das Zahnputzverhalten als auch die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen Minderjähriger haben sich in den letzten zehn Jahren signifikant verbessert. Das belegt die repräsentative Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen dafür die Daten aus der Erhebung von 2014 bis 2017 mit den Ergebnissen der Basiserhebung aus den Jahren 2003 bis 2006. Auch der Anteil der Kinder bis sechs Jahre, die zu wenig für ihre Mundgesundheit tun, ist demnach deutlich gesunken.

Die Risikogruppen

Den aktuellen Daten zufolge putzen sich aber noch 22 % der Befragten seltener als empfohlen die Zähne. Jungen betrifft das stärker als Mädchen. Das Angebot zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen nutzen 20 % der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend. Hier zeigen sich auch wohnortspezifische Unterschiede. Insgesamt steigt das Risiko für ein nicht den Empfehlungen entsprechendes Mundgesundheitsverhalten mit zunehmendem Alter und hängt stark mit dem sozialen Hintergrund zusammen. Besondere Risikogruppen sind 14- bis 17-Jährige, Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status sowie solche mit Migrationshintergrund.

 
Zusammenarbeit für die Prävention

Die Entwicklungen weisen nach wie vor auf Präventionspotenziale hin. Die Autorinnen und Autoren nehmen das weitere Präventionspotential in den Blick und schlussfolgern: "Zielgruppengerechte Maßnahmen zur Förderung des Mundgesundheitsverhaltens in jungen Jahren sollten insofern aufrechterhalten beziehungsweise ausgebaut werden.“ Maßnahmen in Kindertagesstätten und Schulen zeigten für die Risikogruppen gute Ergebnisse. Das Autorenteam erläutert, dass sich frühkindlicher Karies durch interdisziplinäre Zusammenarbeit entsprechend dem Mundgesundheitsziel „Gesund rund um die Geburt“ wirksam vorbeugen lässt. Hier seien auch Ärztinnen und Ärzte der Zahn-, Kinder- und Jugendmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Hebammen gefragt. Sie sollten Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zur Mundgesundheit informieren und dazu motivieren, zahnmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen.

 
Die Studie

KiGGS soll die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland abbilden, das Zusammenspiel von Gesundheitsverhalten, Lebensbedingungen und Entstehen von Krankheiten analysieren sowie Entwicklungstrends ermitteln. Dazu erhebt das Robert-Koch-Institut wiederholt bundesweit repräsentative Befragungs- und Messdaten.

Die Ergebnisse der Studie zum Themenschwerpunkt Mundgesundheit sind in der Ausgabe 4/2018 des Journal of Health Monitoring veröffentlicht. Hier sind auch Hintergrundinformationen sowie Details zur Datenerhebung und –auswertung zusammengefasst. www.rki.de/journalhealthmonitoring Die KiGGS-Studie beinhaltet darüber hinaus weitere für die Mundgesundheit relevante Themen, wie Ernährung oder Adipositas.