27.02.2019

Zuckerkonsum reduzieren: Deutsche Fachgesellschaften schließen sich WHO-Empfehlung an

Wer viel und häufig Zucker konsumiert, fördert die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie zahlreicher assoziierter Erkrankungen - Karies gehört auch dazu. In ihrem gemeinsamen Konsensuspapier empfehlen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), die Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), den Anteil freier Zucker auf maximal 10 % der Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Damit schließen sie sich der evidenzbasierten Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2015 an.

Daten aus Deutschland

In Deutschland nehmen nach aktuellen Daten Frauen durchschnittlich 14 % und Männer 13 % ihrer täglichen Energiezufuhr in Form von freiem Zucker zu sich. Kinder und Jugendliche liegen mit 17,5 % noch deutlich darüber. Mehr als ein Drittel davon machen Süßwaren aus, einen noch größeren Anteil haben zuckerhaltige Getränke, wie Fruchtsäfte, Nektare oder Limonaden. Aber auch in herzhaften Soßen und Fertiggerichte steckt häufig Zucker.

Zu den freien Zuckern zählen Monosaccharide und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, sowie Zucker, die in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Fruchtsaftkonzentrat natürlich vorkommen. Um die empfohlene Obergrenze nicht zu überschreiten, müsste die aktuelle Zufuhr an freiem Zucker um mindestens 25 % sinken.


Tipps für eine zuckerarme Ernährung

Hier hilft es, auf die Qualität der zugeführten Kohlenhydrate zu achten und Zucker nur sparsam einzusetzen. Stark verarbeitete und zuckergesüßte Lebensmittel sollten selten und in Maßen verzehrt werden. Zuckerhaltige Getränke lassen sich durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzen. Kinder sollten sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel sind oft stark zuckerhaltig und deshalb nicht sinnvoll.


Handlungsempfehlungen auf politischer Ebene

Weltweit werden bereits verschiedene ernährungspolitische Maßnahmen zur Reduzierung der Zuckerzufuhr angewendet. Auch in Deutschland werden ab 2019 die Zuckergehalte in Fertigprodukten reduziert. Langfristig ist, laut der Fachgesellschaften, eine abgestimmte Kombination verbindlicher Maßnahmen im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes sinnvoll, um dem multikausalen Problem von Übergewicht bzw. Adipositas sowie den assoziierten Erkrankungen entgegenzutreten, die ebenfalls durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten begünstigt werden.


Das Konsensuspapier finden Sie unter www.dge.de

 

Umrechnungstabelle von Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf