„Gesund beginnt im Mund – von Anfang an“ – Interview mit Dr. Romy Ermler

Tag der Zahngesundheit 2024

INTERVIEW MIT DR. ROMY ERMLER

„Gesund beginnt im Mund – von Anfang an!”

Der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit (TdZ), dem auch die Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) angehört, informiert jedes Jahr am 25. September über Themen rund um die Mundgesundheit. Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), spricht im Interview über die Prävention von Zahn- und Munderkrankungen und den diesjährigen Schwerpunkt des TdZ.

Der Tag der Zahngesundheit (TdZ) wurde 1991 durch den Verein für Zahnhygiene e.V. (VfZ) gegründet. Die Arbeitsversammlung des Aktionskreises, zu dem rund 30 Mitglieder aus Gesundheitswesen und Politik gehören, stellt jedes Jahr eine andere Zielgruppe in den Mittelpunkt. 2024 geht es mit „Gesund beginnt im Mund – von Anfang an!” um die Schwangerschaft und die Mundgesundheit von Babys und Kleinkindern.

Warum ist die Zahn- und Mundgesundheit für Schwangere und Kinder in den ersten drei Lebensjahren so bedeutsam?

Gerade während der Schwangerschaft ist eine regelmäßige, gründlich durchgeführte Mundpflege besonders wichtig. Hormonelle Veränderung erhöhen die Anfälligkeit für Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft. Durch veränderte Essgewohnheiten wie vermehrt zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten, eine veränderte Speichelzusammensetzung und häufiges Erbrechen, das den Zahnschmelz angreift, steigt auch das Kariesrisiko. Zudem gibt es Hinweise, dass bestehende Erkrankungen der Mundhöhle in Zusammenhang mit Schwangerschaftskomplikationen wie einem verminderten Geburtsgewicht oder einer Frühgeburt stehen.

Bereits in den ersten Lebensjahren des kleinen Kindes spielt die Zahn- und Mundgesundheit eine wichtige Rolle. Wird die Zahnpflege, einschließlich der Verwendung von Fluoriden, vernachlässigt, kann eine frühkindliche Karies entstehen, die im schlimmsten Fall zu einem vorzeitigen Verlust der betroffenen Milchzähne führt. Die Folgen sind weitreichend, denn Milchzähne sichern das Beißen und Kauen, tragen wesentlich zur Sprachentwicklung bei und sorgen als „Platzhalter” für die richtige Positionierung der bleibenden Zähne.

Milchzähne sind also auch für die nachfolgenden Zähne von großer Bedeutung, dennoch gilt Karies als die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter. Was muss ersten drei Lebensjahren besonders beachtet werden?

Es geht vor allem darum, bei Eltern und pädagogischem Fachpersonal in Kitas ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Milchzähne nicht einfach ein Provisorium sind, die bald durch die „richtigen” Zähne ersetzt werden. Ein kariesbedingter frühzeitiger Milchzahnverlust zieht weitreichende Folgen nach sich und lässt sich meist durch geeignete Mundhygienemaßnahmen, zuckerarme Speisen und Getränke sowie die Anwendung von Fluoriden vermeiden.

Säuglinge und Kleinkinder sollten täglich spielerisch an das Zähneputzen herangeführt werden und die Zahnpflege von Anfang an als etwas Selbstverständliches erleben. Im Vordergrund steht hierbei nicht das Erlernen einer Zahnputztechnik, sondern das Ritual. Das anschließende Nachputzen erfolgt durch die Eltern mit einer fluoridierten Kinderzahnpasta. Dass die Verwendung von Fluoriden zu den wichtigsten kariespräventiven Maßnahmen zählt, ist wissenschaftlich belegt. Eltern werden deshalb in Zahnarztpraxen früh zu geeigneten Fluoridierungsmaßnahmen beraten.

Im Rahmen der Ernährung sollte darauf hingewiesen werden, dass nicht nur die Menge, sondern vor allem die Frequenz der Einnahme zuckerhaltiger Speisen und Getränke für die Entstehung einer Karies von Bedeutung sind. Vor allem die hochfrequente Gabe zuckerhaltiger Getränke in Nuckel-bzw. Saugerflaschen muss unterbleiben.

Das komplette Interview von Dr. Romy Ermler – Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Ulrike Meyer-Funke, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) finden Sie hier.

Quelle: Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheit e. V. (BVPG)